Wintergarten oder Terrassenüberdachung? | Freies Terrassendach nach Art. 57 BayBO oder genehmigter Glasraum in Regensburg

Was die beiden Lösungen leisten, was die Bayerische Bauordnung wörtlich regelt und wann sich in Regensburg der Schritt vom Terrassendach zum Wintergarten lohnt.

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Redaktion Wintergarten Regensburg · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026

Das Wichtigste vorab: Beim Terrassendach bleiben die Seiten frei, beim Wintergarten sind sie aus Glas – aus dem Sitzplatz wird ein Raum. In Bayern ist das offene Dach bis 30 m² verfahrensfrei (Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g BayBO), der Wintergarten braucht immer einen Bauantrag. Wer nur im Sommer geschützt draußen sitzen will, kommt mit dem Dach aus; wer die Saison verlängern oder ganzjährig wohnen will, braucht den Glasraum.

Wintergarten oder Terrassenüberdachung in Regensburg: der Kernunterschied

Beide beginnen mit demselben Wunsch: geschützt draußen sitzen. Das Terrassendach hält Regen ab und kann mit Beschattung die Mittagssonne mildern. Wind, Kälte und Insekten kommen weiter herein – es bleibt ein Platz im Freien.

Der Wintergarten schließt die Seiten mit Glas. Damit entsteht ein Raum, der sich je nach Ausführung anders nutzen lässt: Der Kaltwintergarten in Regensburg verlängert die Saison um Wochen, der Wohnwintergarten ist ein Zimmer für alle zwölf Monate.

Terrassendach und Wintergarten: Vergleich in acht Punkten

KriteriumTerrassenüberdachungWintergarten
Seitenoffenrundum verglast
Schutz vor Regenjaja
Schutz vor Wind und Kältekaumja
Nutzungvor allem SommerFrühjahr bis Herbst oder ganzjährig
Verfahren in Bayernbis 30 m² verfahrensfreiimmer Bauantrag
Fundament und Statikeinfacheraufwendiger, Wandanschluss dicht
Wohnflächekeinehalb (ungeheizt) oder voll (beheizt)
HitzeschutzLuft zirkuliert freiBeschattung und Lüftung nötig

Offenes Dach oder Glasraum?

Im Konfigurator wählen Sie Bauart und Größe – wir rechnen den Kostenvoranschlag für Ihren Wintergarten.

Was die Bayerische Bauordnung wörtlich sagt

In Regensburg gilt die Bayerische Bauordnung. Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 BayBO zählt die verfahrensfreien Gebäude auf; unter Buchstabe g stehen in der seit 1. Mai 2026 geltenden Fassung wörtlich „Terrassenüberdachungen mit einer Fläche bis zu 30 m²“ (Quelle: gesetze-bayern.de (Art. 57 BayBO)). Eine Tiefenangabe enthält der Text nicht.

  • Wintergarten: nicht im Katalog – es greift Art. 55 Abs. 1, also Baugenehmigung.
  • Terrassendach über 30 m²: ebenfalls nicht mehr verfahrensfrei.
  • Auch verfahrensfrei heißt nicht regelfrei: Art. 55 Abs. 2 BayBO verlangt die Einhaltung aller öffentlich-rechtlichen Vorschriften (Quelle: gesetze-bayern.de).

Auslegung, nicht Gesetz: Dass eine Überdachung mit mindestens zwei unverglasten Seiten noch als Terrassenüberdachung gilt, ist eine verbreitete Auslegung. Im Wortlaut des Art. 57 steht sie nicht – bei Teilverglasung vorher mit der Bauaufsicht sprechen.

Wann das offene Terrassendach genügt

  • Draußen gesessen wird bei Ihnen hauptsächlich von Juni bis August.
  • Die Fläche bleibt bei höchstens 30 m², und Sie möchten kein Genehmigungsverfahren.
  • Der Garten soll offen und luftig wirken, ohne Glaswände.
  • Ein geheizter Raum ist nicht gewünscht.

Wer so plant, sollte trotzdem an morgen denken: Soll das Dach irgendwann Glaswände bekommen, lohnt eine Statik, die das von Anfang an berücksichtigt.

Gründe für Glaswände ringsum

  • Sie möchten auch im April und Oktober geschützt im Grünen sitzen.
  • Kübelpflanzen sollen frostfrei überwintern.
  • Ein zusätzliches Zimmer mit Gartenblick ist das Ziel.
  • Wind, Pollen oder Insekten stören auf der offenen Terrasse.
Terrasse mit Überdachung, die in Regensburg zum Wintergarten umgebaut wird
Aus dem offenen Terrassendach wird mit Glaswänden ein geschlossener Raum – baurechtlich dann ein Wintergarten.

Regensburger Klima: offen gegen geschlossen

Die DWD-Station Regensburg zählt im Mittel 1991–2020 jährlich 63,5 Sommertage, aber auch 91,3 Frosttage (Quelle: DWD Open Data, Station 4104). Unter dem offenen Dach bleibt es im Sommer luftig, im Herbst wird es schnell ungemütlich.

Im geschlossenen Glasraum kehrt sich das um: Im Übergang ist es angenehm, im Hochsommer staut sich Wärme. Ohne außenliegende Beschattung und Lüftung geht es nicht – das Umweltbundesamt beziffert die Wirkung eines außen liegenden Schutzes auf 80 bis 90 % abgehaltene Strahlung (Quelle: umweltbundesamt.de). Mehr im Ratgeber Beschattung.

Was der Glasraum im Alltag zusätzlich verlangt

  • Lüften: Öffnungen oben und unten, damit Wärme und Feuchte abziehen
  • Reinigen: Glasflächen an Dach und Seiten statt nur am Dach
  • Heizen: beim Wohnwintergarten eine eigene Wärmequelle und deren Betriebskosten

Das offene Dach ist im Unterhalt einfacher. Der Glasraum gibt dafür etwas zurück, das kein Dach kann: einen geschützten Platz an Tagen, an denen man draußen fröstelt.

Bebauungsplan und Welterbe-Altstadt

Ob Dach oder Glasraum: Der Bebauungsplan gilt für beide. In der Altstadt mit Stadtamhof, seit 2006 UNESCO-Welterbe, kommt die Altstadtschutzsatzung mit strengen Gestaltungsvorgaben hinzu, an Baudenkmälern zusätzlich die Erlaubnis nach Art. 6 DSchG (Quelle: Gestaltungshandbuch Altstadt). Wer dort plant, stimmt sich früh mit Bauordnungsamt und Denkmalpflege ab.

Nachträglich schließen: vier Etappen vom Dach zum Glasraum

  1. Bestand prüfen: Tragen Pfosten, Rinne und Fundament zusätzliche Glaswände?
  2. Nutzung festlegen: ungeheizt oder beheizt – davon hängen Profil und Glas ab.
  3. Bauantrag: In der Stadt beim Stadt Regensburg – Bauordnungsamt, im Landkreis in der Regel beim Landratsamt; Details im Ratgeber Baugenehmigung.
  4. Montage: Seitenwände, Türen, Beschattung und Lüftung ergänzen.

Wie wir solche Umbauten angehen, beschreibt die Seite Terrasse zum Wintergarten in Regensburg.

Zwischenlösungen: was zwischen Dach und Glasraum möglich ist

Nicht jeder will gleich alle Seiten schließen. Häufig gewünscht sind Teilverglasungen – etwa ein gläserner Windschutz an der Wetterseite, während die Front offen bleibt. Baurechtlich ist das eine Grauzone: Solange die Überdachung als offen gilt, bleibt sie bis 30 m² verfahrensfrei; wann sie das nicht mehr tut, regelt der Gesetzestext nicht ausdrücklich.

  • Seitlicher Windschutz an einer Seite – verbreitet und meist unkritisch
  • Zwei geschlossene Seiten – nach gängiger Auslegung die Grenze
  • Rundum verglast, auch mit Schiebeflügeln – baurechtlich ein Wintergarten

Was der Wintergarten in Regensburg kostet

Laut aroundhome-Übersicht beginnt der ungeheizte Glasraum mit 9 m² inklusive Montage bei rund 8.000 €, der Wohnwintergarten mit 12 m² als Paket bei rund 30.000 € für einen 12 m² großen Wohnwintergarten im Komplettpaket (Quelle: aroundhome.de, Stand 2026-07-24). Alle Zeilen und Rechenbeispiele stehen im Ratgeber Wintergarten-Kosten.

Bei der Wohnfläche zählt der ungeheizte Wintergarten zur Hälfte, der beheizte ab zwei Metern lichter Höhe voll (Quelle: § 4 WoFlV); das offene Dach zählt nicht.

Warum hier keine Preise für Terrassendächer stehen

Unsere Preisangaben stammen aus einer belegten Marktübersicht für Wintergärten. Für Terrassenüberdachungen liegt uns keine vergleichbar belegte Quelle vor, deshalb nennen wir dafür keine Zahlen – eine geschätzte Pauschale würde mehr verwirren als helfen.

Checkliste vor der Entscheidung

  1. Reicht Ihnen die Sommersaison, oder möchten Sie auch an kühlen Abenden im Frühjahr und Herbst im Grünen sitzen?
  2. Soll der Raum beheizt werden?
  3. Wie groß wird die Fläche – über oder unter 30 m²?
  4. Was erlaubt der Bebauungsplan, liegt das Haus in der Altstadt?
  5. Soll ein Terrassendach später einmal geschlossen werden?

Wintergarten oder Terrassenüberdachung im Landkreis rund um Regensburg

Die Rechtslage ist im ganzen Landkreis dieselbe wie in der Stadt, denn überall gilt die Bayerische Bauordnung. Unterschiede gibt es bei der Behörde und bei der Statik. Für einen Wintergarten in Neutraubling, Pentling oder Wenzenbach ist in der Regel das Landratsamt Regensburg zuständig, nicht das städtische Bauordnungsamt.

Bei der Schneelast unterscheidet die DIBt-Tabelle: Lappersdorf, Regenstauf und Wenzenbach liegen in Zone 2, die Stadt, Neutraubling, Obertraubling und Pentling in Zone 1a. Das betrifft beide Bauarten – auch ein verfahrensfreies Terrassendach muss die Lasten am Standort sicher tragen. Verfahrensfrei heißt nach Art. 55 Abs. 2 BayBO nicht, dass die übrigen Vorschriften entfallen.

  • Abstandsflächen und Festsetzungen des Bebauungsplans gelten für beide Varianten
  • Die Statik richtet sich nach Schneelastzone und Geländehöhe des Grundstücks
  • Wer zunächst ein Dach baut und später schließen will, plant die Pfosten gleich für Glaswände

Nutzung übers Jahr: Terrassendach und Wintergarten im Vergleich

JahreszeitOffenes TerrassendachGeschlossener Wintergarten
Sommerluftig, schattig, Wind und Insekten freibraucht Beschattung und Lüftung
ÜbergangszeitRegenschutz, aber kühl und zugigsonnenwarm und windgeschützt
Winterkaum nutzbar, Möbel eingelagertkalt als Pflanzenquartier, beheizt als Zimmer

Mit der Nutzung ändert sich auch die Wohnfläche: Eine Terrasse zählt nach WoFlV in der Regel zu einem Viertel, ein unbeheizbarer Wintergarten zur Hälfte, ein beheizbarer ab zwei Metern lichter Höhe voll.

Faustregel: Wer die Terrasse vor allem im Sommer bei Regen nutzen will, kommt mit dem offenen Dach aus. Wer im März und im November draußen sitzen möchte oder Pflanzen überwintern will, landet beim Wintergarten – und damit beim Bauantrag.

Unentschlossen? Dann lohnt ein Blick auf die nächsten Jahre: Ein Dach, dessen Pfosten und Fundamente schon für spätere Glaswände bemessen sind, hält beide Wege offen – den Bauantrag für den Wintergarten stellen Sie erst, wenn Sie wirklich schließen wollen.

Häufige Fragen: Wintergarten oder Terrassenüberdachung in Regensburg?

Worin unterscheiden sich offenes Terrassendach und Glasraum?

Beim Terrassendach bleiben die Seiten frei: Regen prallt ab, mit Markise auch die Mittagssonne, Zugluft und Kälte aber nicht. Beim Wintergarten sind alle Seiten aus Glas, es entsteht ein Innenraum. Er verlängert die Gartensaison spürbar oder dient, geheizt, das ganze Jahr als Zimmer – in Bayern allerdings nur mit Bauantrag.

Braucht eine Terrassenüberdachung in Bayern eine Baugenehmigung?

Solange die Fläche 30 m² nicht übersteigt, nein. So regelt es Buchstabe g in Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 BayBO, gültig in dieser Fassung seit 1. Mai 2026; eine Tiefe nennt der Text nicht. Frei von Regeln ist das Dach damit nicht: Bebauungsplan und Abstandsflächen gelten weiter, wie Art. 55 Abs. 2 BayBO festhält. Jenseits von 30 m² braucht es ein Verfahren.

Ab wann wird aus der Terrassenüberdachung ein Wintergarten?

Wenn sie ringsum geschlossen wird. Verbreitet ist die Auslegung, dass eine Überdachung mit mindestens zwei offenen Seiten noch als Terrassenüberdachung gilt; im Gesetzestext steht diese Grenze nicht. Wer seitlich Glas ergänzen möchte, sollte die Einstufung vorher mit der Bauaufsicht klären. Rundum verglast ist es baurechtlich ein Wintergarten und damit antragspflichtig.

Lässt sich ein vorhandenes Terrassendach nachträglich schließen?

Häufig, vorausgesetzt Pfosten und Fundament sind stark genug. Die zusätzlichen Glaswände bringen Gewicht und Windlast mit, Fundament und Pfosten müssen das aufnehmen. Außerdem ist für den Umbau ein Bauantrag nötig. Wer schon beim Terrassendach an einen späteren Wintergarten denkt, sollte Statik und Fundament gleich passend planen lassen.

Was ist für Regensburg die bessere Wahl?

Das hängt von der Nutzung ab. Wer vor allem im Sommer draußen sitzen will und keinen Antrag stellen möchte, ist mit dem offenen Dach bis 30 m² gut bedient. Wer auch an kühlen Frühjahrs- und Herbstabenden oder im Winter im Grünen sitzen möchte, braucht den geschlossenen Glasraum – bei 91,3 Frosttagen im Regensburger Mittel ein echter Unterschied.

Den Glasraum richtig planen

Ob Umbau oder Neubau: Wir prüfen Bestand und Bebauungsplan und bereiten den Bauantrag vor. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.

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