Was ist ein Wintergarten? | Begriff, Grundtypen, Bauformen und Grenzfälle – mit Regensburger Praxisbezug

Merkmale, Spielarten und Grenzfälle des Glasanbaus – vom ungeheizten Sommerzimmer bis zum Abgleich mit Terrassendach, Glashaus und verglastem Balkon – mit Blick auf die Bayerische Bauordnung.

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Redaktion Wintergarten Regensburg · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026

Die Antwort in einem Absatz: Ein Wintergarten ist ein überwiegend verglaster Raum, meist als Anbau an ein Wohnhaus. Man unterscheidet den ungeheizten Kaltwintergarten, der die Gartensaison verlängert, und den beheizten Wohnwintergarten, der ganzjährig als Zimmer dient. In Bayern braucht jeder rundum verglaste Wintergarten einen Bauantrag – verfahrensfrei ist nur das offene Terrassendach bis 30 m².

Was ist ein Wintergarten? Die Definition

Ursprünglich stammt das Wort aus einer Zeit, in der wohlhabende Haushalte empfindliche Pflanzen in verglasten Räumen durch den Winter brachten. Heute steht er für etwas anderes: einen Glasraum, in dem Menschen wohnen, essen, lesen oder arbeiten – mit dem Garten vor Augen, aber geschützt vor dem Wetter.

Erkennen lässt er sich an drei Dingen: Glas dominiert oben wie an den Seiten, keine Seite steht offen, und fast immer schließt er an ein Wohnhaus an. Was wir als Wintergartenbau in Regensburg planen und bauen, lässt sich nach diesen Merkmalen in Typen und Bauformen gliedern.

Kalt oder beheizt: die beiden Grundtypen

Kaltwintergarten

Ungeheizt, mit einfacheren Profilen und Glas. Er hält Wind und Regen ab, verlängert die Terrassensaison und bietet Kübelpflanzen ein frostfreies Winterquartier. Mehr dazu unter Kaltwintergarten.

Wohnwintergarten

Beheizt, mit gedämmten Profilen und Isolierglas – ein Zimmer, das auch im Januar bewohnbar ist. In Regensburg mit im Mittel 91,3 Frosttagen und 22,9 Eistagen pro Jahr (Quelle: DWD) ein großer Unterschied zum ungeheizten Raum. Details unter Wohnwintergarten in Regensburg.

MerkmalKaltwintergartenWohnwintergarten
Heizungkeine, allenfalls Frostwächterja
NutzungFrühjahr bis Herbstganzjährig
GlasEinfach- oder Sicherheitsglas, Dach VSGIsolierglas, Dach VSG
Wohnflächezur Hälftevoll (ab 2 m lichter Höhe)
Marktsatz je m²890–1500 €2500–4000 €

Marktsätze laut aroundhome.de, Stand 2026-07-24; Einzelheiten im Ratgeber Kosten.

Welcher Typ passt zu Ihrem Haus?

Wir sehen uns Haus, Garten und Nutzung an und empfehlen die passende Bauform.

Wo der Glasraum steht: die Bauformen

Wintergarten als Anbau an ein Einfamilienhaus in Regensburg
Die häufigste Form: der Glasraum als Anbau, verbunden mit Wohnzimmer oder Küche.

Woraus ein Wintergarten besteht

  1. Fundament: Streifen-, Punktfundament oder Bodenplatte, frostfrei gegründet.
  2. Tragwerk: Pfosten, Riegel und Sparren, bemessen für Schnee und Wind am Standort.
  3. Verglasung: Wände und Türen aus Sicherheits- oder Isolierglas, das Dach aus Verbundsicherheitsglas.
  4. Wandanschluss: die dichte Verbindung zum Haus.
  5. Technik: Beschattung, Lüftung, gegebenenfalls Heizung und Elektrik.

Für das Dach schreibt DIN 18008-2 Verbundsicherheitsglas vor (Quelle: glasdesign-berlin.de). Die Schneelast richtet sich nach dem Standort: Regensburg liegt in Zone 1a, Teile des nördlichen Landkreises in Zone 2.

Rahmenmaterial: Aluminium, Holz und Holz-Alu

Metallprofile bleiben schmal und verziehen sich nicht; damit sie im geheizten Raum keine Kälte nach innen leiten, bekommen sie einen Kunststoffkern als Trennung – mehr unter Wintergarten aus Aluminium. Holzrahmen bringen Wärmeschutz und Behaglichkeit von sich aus mit, brauchen aber Pflege; als Holz-Alu schützt außen eine Metallschale – mehr unter Wintergarten aus Holz.

Kein Material ist per se besser: Die Wahl hängt von Hausstil, Pflegebereitschaft und Budget ab. Wichtiger als das Material ist, dass Profil und Glas zur Nutzung passen.

Wintergärten im Regensburger Gebäudebestand

Wo in Regensburg Glasanbauten entstehen, hat viel mit der Stadtgeschichte zu tun. Die Altstadt mit Stadtamhof blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört und ist seit 2006 Welterbe – hier setzt die Satzung enge Grenzen. Ab den späten 1950er-Jahren wuchsen am Stadtrand neue Siedlungen, und mit Burgweinting, Harting und Oberisling kamen 1977 frühere Dörfer hinzu (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Regensburg).

  • Reihen- und Doppelhäuser: schmale Gärten, oft ein Anlehnwintergarten an der Rückseite
  • Einfamilienhäuser am Stadtrand: mehr Platz für einen Anbau mit Wohnzimmeranschluss
  • Wohnungen in Blocks: der Balkon als einziger Ort für Glas

Welche Variante zu Ihrem Haus passt, entscheidet sich am Bestand: Traufhöhe, Fensterlage und Grundstücksgrenze geben vor, wie groß und in welcher Form der Glasraum werden kann.

Abgrenzung: Wintergarten, Terrassendach, Gewächshaus, Balkonverglasung

BauwerkGeschlossen?ZweckVerfahren in Bayern
Wintergartenja, rundum verglastWohnen, AufenthaltBauantrag
Terrassenüberdachungnein, Seiten offenWetterschutzbis 30 m² verfahrensfrei
GewächshausjaPflanzenanzuchtje nach Größe und Lage
Balkonverglasungmeist jaWetterschutz am BalkonEinzelfall

Fließend ist die Grenze zwischen Terrassendach und Wintergarten: Nach verbreiteter Auslegung bleibt eine Überdachung nur Überdachung, solange mindestens zwei Seiten offen sind – im Gesetz steht das nicht.

Und die Orangerie?

Historische Orangerien waren eigenständige Gebäude mit großen Fenstern nach Süden, gebaut, um Zitrusbäume durch den Winter zu bringen. Sie sind die Vorfahren des heutigen Wintergartens, mit dem modernen Anbau aber kaum vergleichbar: Ihr Dach war meist massiv, und gewohnt wurde dort nicht. Wer heute von einer Orangerie spricht, meint oft einen freistehenden Glasraum mit klassischer Formensprache.

Der Wintergarten im bayerischen Baurecht

Für Regensburg gilt die Bayerische Bauordnung. Sie stellt in Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g in der Fassung ab 1. Mai 2026 nur Terrassenüberdachungen bis 30 m² Fläche verfahrensfrei; der Wintergarten taucht im Katalog nicht auf und braucht deshalb einen Bauantrag (Quelle: gesetze-bayern.de (Art. 57 BayBO)).

Zuständig ist in der Stadt das Stadt Regensburg – Bauordnungsamt, im Landkreis in der Regel das Landratsamt. In der Welterbe-Altstadt mit Stadtamhof gelten zusätzlich die Altstadtschutzsatzung und der Denkmalschutz. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber Baugenehmigung.

Wintergarten und Wohnfläche

Die Wohnflächenverordnung unterscheidet nach Heizung: Ein unbeheizbarer Wintergarten geht zur Hälfte in die Berechnung ein; ist er heizbar und innen wenigstens zwei Meter hoch, wird jeder Quadratmeter angesetzt (Quelle: § 4 WoFlV).

Vorteile und Grenzen eines Wintergartens

VorteileGrenzen
Mehr Licht und Gartenblick im HausOhne Beschattung im Sommer zu heiß
Längere Saison im FreienIn Bayern immer mit Bauantrag
Zusätzlicher Wohnraum (beheizt)Heizkosten beim Wohnwintergarten
Winterquartier für PflanzenGlas will regelmäßig gereinigt werden
Woher der Name „Wintergarten“ kommt

Der Name erinnert an die Orangerien und Glashäuser früherer Jahrhunderte, in denen Zitruspflanzen und andere empfindliche Gewächse überwinterten – ein „Garten für den Winter“. Mit dem modernen, bewohnten Glasanbau hat das nur noch die Idee gemeinsam: Licht und Grün das ganze Jahr.

Was ist ein Wintergarten in Regensburg und im Landkreis – und was gilt vor Ort?

Die Definition ist überall gleich, die Rahmenbedingungen nicht. Für einen Glasanbau in Regensburg und den Gemeinden ringsum spielen vier örtliche Punkte eine Rolle:

  • Schneelast: Die Stadt sowie Neutraubling, Obertraubling und Pentling liegen laut DIBt in Zone 1a, Lappersdorf, Regenstauf und Wenzenbach in Zone 2.
  • Wind: Die ganze Oberpfalz gehört zur Windzone 1.
  • Behörde: In der Stadt nimmt das Bauordnungsamt den Bauantrag entgegen, im Landkreis in der Regel das Landratsamt Regensburg.
  • Altstadt: Im Welterbe-Ensemble gelten zusätzlich die Altstadtschutzsatzung und das Denkmalrecht.

Für die Planung heißt das: Derselbe Glasanbau kann in Lappersdorf kräftigere Sparren brauchen als in der Stadt, und der Antrag geht je nach Wohnort an eine andere Stelle. Beides klären wir beim ersten Termin.

Wintergarten-Begriffe kurz erklärt

BegriffBedeutung
Kaltwintergartenunbeheizter Glasraum für die warme Jahreshälfte und als Pflanzenquartier
Wohnwintergartengedämmter, beheizter Glasraum, der ganzjährig als Zimmer dient
AnlehnwintergartenAnbau mit Pultdach, das an der Hauswand lehnt
Ug-WertWärmedurchgang durch das Glas; je kleiner, desto besser die Dämmung
VSGVerbundsicherheitsglas; im Dach nach DIN 18008-2 vorgeschrieben
ESGEinscheiben-Sicherheitsglas; zerfällt bei Bruch in kleine Krümel
RandverbundAbdichtung zwischen den Scheiben eines Isolierglases
Traufeuntere Dachkante, an der die Rinne sitzt

Wer diese Begriffe kennt, kann Angebote leichter vergleichen und versteht schneller, worauf es bei Glas, Dach und Verfahren ankommt.

Wintergarten, Glasanbau, Sommergarten: dieselbe Sache?

Im Alltag werden die Wörter oft gemischt. „Glasanbau“ beschreibt nur die Bauweise – einen verglasten Raum am Haus. „Sommergarten“ wird meist für den unbeheizten Kaltwintergarten verwendet, der vor allem in der warmen Jahreshälfte genutzt wird. „Wintergarten“ ist der Oberbegriff für beide Grundtypen. Baurechtlich zählt in Bayern nicht der Name, sondern was gebaut wird: Ein ringsum verglaster Raum braucht einen Bauantrag, ganz gleich, wie man ihn nennt.

Fragen zum Begriff Wintergarten – kurz beantwortet

Wie lässt sich ein Wintergarten kurz beschreiben?

Ein Zimmer aus Glas, kann man sagen: Oben und an den Außenseiten überwiegt die Verglasung, alle Seiten sind zu, und meist hängt der Raum unmittelbar am Wohnhaus. Drinnen sitzt man hell und mit Gartenblick, Böen und Schauer bleiben draußen. Ob er nur von März bis Oktober dient oder als geheiztes Zimmer das ganze Jahr, hängt von Profilen, Glas und Wärmequelle ab.

Was unterscheidet einen Kaltwintergarten vom Wohnwintergarten?

Im Kern die Wärmequelle – und daraus ergibt sich der Rest. Ohne Heizung kommen schlankere Rahmen und einfacheres Glas zum Einsatz, genutzt wird der Raum in der milden Jahreshälfte. Mit Heizung braucht es gedämmte Rahmen und Mehrscheiben-Isolierglas; dafür entsteht ein Zimmer für jede Jahreszeit. Auch bei der Wohnfläche wirkt sich das aus: voll statt halb.

Ist ein Terrassendach mit Glaswänden schon ein Wintergarten?

Sobald es ringsum geschlossen ist, ja. Baurechtlich gilt eine Überdachung nur so lange als Terrassenüberdachung, wie sie offen bleibt; verbreitet ist die Auslegung, dass mindestens zwei Seiten unverglast sein müssen. Im Gesetz steht das nicht. In Bayern ist das offene Dach bis 30 m² verfahrensfrei, der geschlossene Wintergarten braucht dagegen einen Bauantrag.

Braucht ein Wintergarten in Regensburg eine Baugenehmigung?

Ja, immer. Unter den verfahrensfreien Vorhaben der Bayerischen Bauordnung fehlt der Wintergarten, also stellt man – geheizt oder nicht – einen Bauantrag. In der Stadt prüft ihn das Bauordnungsamt im Neuen Rathaus, im Landkreis in der Regel das Landratsamt. Für Häuser in der Welterbe-Altstadt kommen Altstadtschutzsatzung und Denkmalschutz hinzu.

Ist ein Wintergarten dasselbe wie ein Gewächshaus?

Nein. Ein Gewächshaus dient Pflanzen, steht meist frei im Garten und ist einfach gebaut, oft mit dünnem Glas oder Kunststoffplatten. Ein Wintergarten ist für Menschen gemacht, hängt in der Regel am Wohnhaus und muss als Teil des Gebäudes Statik, Sicherheitsglas im Dach und Abdichtung erfüllen. Pflanzen fühlen sich darin trotzdem wohl.

Ihr Wintergarten in Regensburg

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